Ratgeber · Aktualisiert Februar 2026

    LNG-Umrüstung für LKW & Transporter:
    Der komplette Leitfaden 2026

    Kosten, Ablauf, Fördergelder, Fahrzeugtypen, Vor- und Nachteile – alles, was Fuhrparkbetreiber und Speditionen wissen müssen, bevor sie auf Flüssigerdgas umsteigen.

    Inhaltsverzeichnis

    1. 1.Was ist LNG – und warum ist es relevant?
    2. 2.LNG vs. Diesel vs. CNG vs. E-Antrieb
    3. 3.Welche Fahrzeuge können umgerüstet werden?
    4. 4.Ablauf einer professionellen LNG-Umrüstung
    5. 5.Kosten der Umrüstung im Detail
    6. 6.Staatliche Förderung & Fördermittel 2026
    7. 7.Umweltbilanz und CO₂-Einsparung
    8. 8.LNG-Tankstellen in Deutschland
    9. 9.Bio-LNG: die Zukunft des Schwerlastverkehrs
    10. 10.Häufige Fragen (FAQ)

    1. Was ist LNG – und warum ist es für Nutzfahrzeuge relevant?

    LNG steht für Liquefied Natural Gas, auf Deutsch: Flüssigerdgas. Dabei handelt es sich um Erdgas, das auf etwa −162 °C heruntergekühlt wird, bis es in den flüssigen Aggregatzustand übergeht. In diesem Zustand schrumpft das Volumen auf rund ein Sechshundertstel des ursprünglichen Gasvolumens – ein entscheidender Vorteil gegenüber komprimiertem Erdgas (CNG), das bei weitem mehr Tankvolumen benötigt, um dieselbe Energiemenge zu speichern.

    Für den Güterverkehr bedeutet das konkret: Ein LNG-Tank bietet eine ähnliche Reichweite wie ein Dieseltank gleicher Größe – ohne die Nachteile der Hochdrucktechnik, die CNG-Fahrzeugen anhaftet. Bereits seit den frühen 2010er-Jahren nutzen Speditionen in Skandinavien und den Niederlanden LNG-Fahrzeuge im täglichen Linienbetrieb. In Deutschland hat sich das Thema etwas langsamer entwickelt, aber seit 2020 ist das Interesse unter Fuhrparkbetreibern deutlich gestiegen.

    Der Haupttreiber ist wirtschaftlicher Natur: Auf die Energieeinheit gerechnet liegen die Kraftstoffkosten in unseren Vergleichsrechnungen rund 15 bis 25 Prozent unter Diesel – abhängig von Fahrprofil, Jahresfahrleistung und Tagespreisen; die Annahmen dazu legen wir auf unserer Berechnungsgrundlage offen. Hinzu kommen gesetzliche Vorgaben: Die EU-Flottengrenzwerte für CO₂ werden für schwere Nutzfahrzeuge ab 2030 verschärft, und die Lkw-Maut ist seit Dezember 2023 CO₂-differenziert – die frühere Mautbefreiung für Erdgas-Lkw ist zum 01.01.2024 entfallen. Wer heute umrüstet, schützt sich also nicht nur vor steigenden Spritkosten, sondern auch vor zukünftigen Regulierungskosten.

    Weißer Mercedes Sprinter Transporter auf der Autobahn – umgerüstet auf LNG-Betrieb

    Große Transporter wie der Mercedes Sprinter eignen sich hervorragend für die LNG-Umrüstung.

    Wie funktioniert ein LNG-Motor?

    Bei einer Umrüstung auf LNG wird das flüssige Gas aus dem isolierten Kryotank entnommen, in einem Verdampfer auf Umgebungstemperatur gebracht und anschließend dem Motor als Gas zugeführt. Je nach Umbauart gibt es zwei grundlegende Konzepte:

    • Monovalenter Betrieb: Das Fahrzeug läuft ausschließlich auf LNG. Der Dieseltank wird entfernt oder stillgelegt. Diese Variante ist effizienter, erfordert aber eine gute LNG-Tankstellenabdeckung auf der Strecke.
    • Bivalenter Betrieb (Dual-Fuel): Der Motor läuft primär auf LNG, kann aber jederzeit auf Diesel umschalten – per Tastendruck oder automatisch. Ideal für Betreiber, die noch nicht auf ein vollständiges LNG-Tankstellennetz angewiesen sein wollen.

    In beiden Fällen bleibt die Motorleistung vollständig erhalten. Fahrer berichten gelegentlich, dass der LNG-Betrieb sogar etwas ruhiger und gleichmäßiger läuft als Diesel – was besonders auf Langstrecken angenehm ist.

    2. LNG vs. Diesel vs. CNG vs. Elektro: Der direkte Vergleich

    Vor einer Umrüstung stellen sich viele Fuhrparkleiter die naheliegende Frage: Warum eigentlich LNG und nicht einfach Elektro oder CNG? Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen zusammen – basierend auf Erfahrungswerten aus dem tatsächlichen Flottenbetrieb, nicht auf Labordaten.

    KriteriumDieselLNG ✓CNGElektro (BEV)
    Kraftstoffkosten pro 100 km*ca. 38–44 €ca. 26–32 €ca. 30–36 €ca. 18–25 €
    Reichweite Schwer-LKW800–1.200 km700–1.100 km400–600 km200–400 km
    Tankdauerca. 10 minca. 10–15 minca. 5–10 min1–3 Std. (DC)
    CO₂-Ausstoß vs. DieselReferenz (0 %)−20 bis −25 %−15 bis −20 %−60 bis −95 %**
    FeinstaubHoch (PM10/PM2.5)Nahezu nullSehr geringNull
    Stickoxide (NOx)HochGeringSehr geringNull
    Umrüstkosten (Bestand)Entfällt8.000–18.000 €6.000–14.000 €Nicht wirtschaftlich
    Tankstellendichte DESehr hoch (14.000+)Mittel (90+)Gering (ca. 50)Wächst schnell
    Eignung Langstrecke✓✓✓✓✓✓✓✓
    Förderung möglichNeinJaJaJa

    * Richtwerte für schwere Nutzfahrzeuge (40 t) bei durchschnittlichem Verbrauch; ** abhängig vom Strommix

    Fazit aus dem Vergleich

    Für Betriebe mit hohem Jahreskilometerstand (ab 80.000 km/Fahrzeug) und festen Strecken ist LNG derzeit die wirtschaftlich sinnvollste Alternative zu Diesel. Elektro-LKW sind langfristig interessant, aber die Ladeinfrastruktur, die Reichweite und die Anschaffungs- bzw. Umrüstkosten machen einen breiten Einsatz im Schwerlastverkehr erst ab Mitte der 2030er-Jahre realistisch. CNG ist eine gute Option für Stadtlieferfahrzeuge, stößt aber bei Langstrecken an seine Grenzen.

    3. Welche Fahrzeuge können auf LNG umgerüstet werden?

    Nicht jedes Fahrzeug eignet sich gleich gut für eine LNG-Umrüstung. Die wichtigsten Faktoren sind der Motortyp (Diesel-Basis), das vorhandene Einbauraum im Rahmen- oder Karosserie-Bereich, sowie das typische Einsatzprofil. Grundsätzlich gilt: Je höher der jährliche Kraftstoffverbrauch, desto schneller amortisiert sich die Umrüstung.

    FahrzeugkategorieTypische ModelleØ UmrüstkostenAmortisationEignung
    Großer Transporter (3,5 t)Mercedes Sprinter, VW Crafter, Ford Transit (Hochdach)8.000–11.000 €18–30 Monate★★★★
    Kastenwagen (bis 7,5 t)Iveco Daily, MAN TGE, Fiat Ducato Cargo9.000–13.000 €15–28 Monate★★★★★
    Mittelschwerer LKW (12–26 t)MAN TGL/TGM, Mercedes Atego, Volvo FL12.000–16.000 €12–24 Monate★★★★★
    Schwerer LKW (26–40 t)MAN TGX, Scania R, Volvo FH, DAF XF14.000–18.000 €10–20 Monate★★★★★
    SattelzugmaschinenScania S, Volvo FH, Mercedes Actros15.000–18.000 €10–18 Monate★★★★★
    KühlfahrzeugeAlle oben genannten + Thermo King/Carrier-Kühlaggregat16.000–22.000 €12–24 Monate★★★★

    Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umrüstung

    Bevor ein Fahrzeug in die Werkstatt kommt, führen unsere Techniker eine gründliche Fahrzeuganalyse durch. Dabei werden unter anderem folgende Punkte geprüft:

    Motorenzustand

    Ein verschlissener Motor sollte vor der Umrüstung überholt werden, da LNG-Betrieb den vorhandenen Verschleiß nicht kaschiert. Fahrzeuge mit mehr als 500.000 km prüfen wir besonders sorgfältig.

    Rahmenbeschaffenheit

    Der LNG-Tank wird an Rahmenträgern befestigt. Ein korrodierter oder reparierter Rahmen erfordert eine Verstärkung – das beeinflusst Kosten und Zeitplan.

    Baujahr und Abgasnorm

    Fahrzeuge ab Euro 5 lassen sich problemlos umrüsten. Bei Euro 4 und älter empfehlen wir eine Kosten-Nutzen-Analyse, da diese Fahrzeuge häufig bald die Umweltzonen nicht mehr passieren dürfen.

    Einsatzprofil

    Fahrzeuge mit hohem Jahreskilometerstand und festen Routen profitieren am stärksten. Kurzzeitkennzeichen-Betrieb oder saisonale Fahrzeuge rechnen sich in der Regel nicht.

    4. Ablauf einer professionellen LNG-Umrüstung – Schritt für Schritt

    Viele Fuhrparkbetreiber fragen sich, was genau passiert, wenn ein Fahrzeug zur Umrüstung in die Werkstatt kommt. Hier ist der vollständige Prozess, so wie wir ihn bei LNG Werkstatt seit Jahren standardisiert durchführen:

    01

    Erstberatung & Fuhrparkanalyse

    1–2 Stunden (kostenlos)

    Im ersten Gespräch – persönlich, telefonisch oder per Video – analysieren wir gemeinsam Ihre aktuelle Flottensituation. Dazu gehören: Jahreskilometer pro Fahrzeug, typische Strecken, Kraftstoffverbrauch, Fahrzeugalter und -zustand sowie Ihre kurzfristigen und mittelfristigen Kostenziele. Auf dieser Basis erstellen wir eine individuelle Wirtschaftlichkeitsrechnung. Viele Kunden sind überrascht, wie schnell sich die Investition amortisiert – typisch sind 14 bis 22 Monate.

    02

    Technische Fahrzeugprüfung

    2–4 Stunden

    Bevor wir ein verbindliches Angebot erstellen, kommt das Fahrzeug für eine gründliche technische Inspektion zu uns. Wir prüfen Rahmen, Motor, Abgasnachbehandlung und die verfügbaren Einbauräume für Tank und Leitungssystem. Eventuell notwendige Vorarbeiten (z.B. Rahmenverstärkungen, kleinere Motorarbeiten) werden dabei identifiziert und im Angebot transparent ausgewiesen.

    03

    Angebotserstellung & Fördermittelprüfung

    2–5 Werktage

    Sie erhalten ein detailliertes, schriftliches Angebot – aufgeschlüsselt nach Teilen, Arbeitszeit und eventuellem TÜV-Aufwand. Gleichzeitig prüfen wir für Sie, welche Bundes- und Landesförderprogramme auf Ihre Situation zutreffen und wie Sie diese beantragen können. Dieser Service ist bei uns selbstverständlich inklusive.

    04

    Umbau in unserer Werkstatt

    3–5 Werktage

    Der eigentliche Umbau dauert je nach Fahrzeugtyp und gewähltem System drei bis fünf Werktage. Kernaufgaben: Montage des isolierten LNG-Kryotanks, Installation des Verdampfersystems, Anschluss an die Kraftstoffzufuhr, Integration der Steuerelektronik und – beim Dual-Fuel-System – Kalibrierung der Motorsteuerung. Alle Arbeiten werden von zertifizierten KFZ-Meistern ausgeführt, die speziell für Gasumbauten qualifiziert sind.

    05

    Interne Qualitätskontrolle

    Halber Tag

    Nach Abschluss des Umbaus absolviert das Fahrzeug eine umfangreiche interne Qualitätskontrolle: Dichtheitsprüfung aller Gasverbindungen, Probefahrt unter Last, Überprüfung der Steuerelektronik und Dokumentation aller verbauten Komponenten mit Seriennummern. Erst wenn alle Prüfpunkte grünes Licht geben, wird das Fahrzeug für die externe Abnahme freigegeben.

    06

    Abnahme nach § 21 StVZO & Eintragung

    1 Werktag

    Der Umbau wird von einem amtlich anerkannten Sachverständigen (TÜV, DEKRA o. ä.) nach § 21 StVZO abgenommen. Bei erfolgreicher Abnahme erhalten Sie alle notwendigen Prüfdokumente, und die Änderung wird in die Fahrzeugpapiere eingetragen. Dieser Schritt ist gesetzlich vorgeschrieben und bei uns immer inklusive – keine versteckten Kosten.

    07

    Einweisung & Übergabe

    1–2 Stunden

    Beim Abholen des Fahrzeugs nehmen wir uns die Zeit, den Fahrer oder die Fahrerin gründlich einzuweisen: Betankungsvorgang an der LNG-Zapfsäule, Verhalten bei Systemfehlermeldungen, Wartungsintervalle und Notfallprozeduren. Auf Wunsch schulen wir auch mehrere Fahrer in einer Gruppeneinweisung.

    Zertifizierter Kfz-Techniker montiert LNG-Tank in einem Transporter – LNG Werkstatt Eschborn

    Jede Umrüstung wird von KFZ-Meistern mit Gasanlagen-Sachkunde ausgeführt – Einzelabnahme nach § 21 StVZO inklusive.

    5. Kosten der LNG-Umrüstung im Detail

    Die häufigste Frage, die uns Fuhrparkleiter stellen, lautet: „Was kostet das Ganze wirklich?" Und das ist eine absolut berechtigte Frage, denn auf dem Markt kursieren Angebote, die auf den ersten Blick günstig wirken, aber wichtige Posten wie Abnahmekosten, Eintragungsgebühren oder Inbetriebnahme nicht enthalten. Wir legen deshalb alle Kostenpositionen transparent offen.

    KostenpositionTransporter (3,5–7,5 t)Mittelschwerer LKWSattelzug / 40 t
    LNG-Kryotank (inkl. Halterungen)2.800–4.200 €4.500–6.800 €6.000–9.000 €
    Verdampfer & Gasdruckregler900–1.400 €1.200–1.800 €1.500–2.200 €
    Leitungssystem & Sicherheitsventile600–1.000 €800–1.400 €1.000–1.800 €
    Motorsteuerung / ECU-Anpassung800–1.500 €1.200–2.000 €1.500–2.500 €
    Arbeitszeit (Montage & Kalibrierung)1.500–2.500 €2.000–3.500 €2.500–4.000 €
    Abnahme nach § 21 StVZO & Eintragung350–500 €350–500 €400–600 €
    Gesamtkosten (vor Förderung)7.000–11.100 €10.050–16.000 €12.900–20.100 €
    Nach Bundesförderung (ca. 35 %)4.550–7.215 €6.533–10.400 €8.385–13.065 €

    Amortisationsrechnung: Ein konkretes Beispiel

    Nehmen wir einen Mercedes Sprinter 316 CDI mit einem Jahreskilometerstand von 120.000 km und einem Dieselverbrauch von 11 Litern auf 100 km. Bei einem angenommenen Dieselpreis von 1,65 € und einem LNG-Preis von 1,10 € pro Liter Dieseläquivalent ergibt sich:

    KennzahlDieselLNGDifferenz
    Jahresverbrauch (Literäquivalent)13.200 L13.200 Lgeq
    Kraftstoffkosten p.a.21.780 €14.520 €−7.260 € / Jahr
    Umrüstkosten (nach Förderung)ca. 5.500 €Einmalkosten
    Amortisationca. 9 Monate
    Ersparnis über 5 Jahreca. 30.800 €

    Beispielrechnung auf Basis aktueller Kraftstoffpreise; individuelle Ergebnisse können abweichen. Nutzen Sie unseren Kostenrechner für Ihre spezifischen Daten.

    6. Staatliche Förderung & Fördermittel 2025

    Einer der größten Hebel zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit einer LNG-Umrüstung ist die richtige Nutzung von Förderprogrammen. Im Jahr 2025 stehen für Fuhrparkbetreiber in Deutschland mehrere Fördertöpfe zur Verfügung – auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Wichtig: Fördermittel müssen in der Regel vor Beginn der Maßnahme beantragt werden. Wir unterstützen unsere Kunden beim gesamten Antragsprozess.

    FörderprogrammTrägerFörderhöheFür wen?Status 2025
    BEG – Bundesförderung effiziente Gebäude (Nutzfahrzeuge)BAFAbis 35 % der UmrüstkostenUnternehmen, FlottenbetreiberAktiv ✓
    KfW-Programm 270 / KlimaschutzkreditKfW-BankNiedrigzinsdarlehen bis 50 Mio. €Gewerbliche AntragstellerAktiv ✓
    Hessisches Förderprogramm LABOLand Hessenbis 15 % zusätzlich (kumulierbar)Hessische UnternehmenAktiv ✓
    NRW.BANK Umwelt- und KlimaschutzprogrammNRW.BANKZinsgünstige Kredite ab 1 %NRW-BetriebeAktiv ✓
    Förderprogramm Bayern KlimaschutzLfA Bayernbis 30 % der InvestitionBayerische UnternehmenAktiv ✓
    BMVI Förderrichtlinie alternative AntriebeBundesministeriumbis 40 % bei Flotten ab 5 FahrzeugenUnternehmen, KommunenLaufend ✓
    EU-Fonds CEF TransportEuropäische KommissionKofinanzierung von InfrastrukturGrößere FlottenbetreiberAntragstellung möglich

    Wichtig: Kombinierbarkeit prüfen

    Viele dieser Programme lassen sich kombinieren – allerdings gibt es Kumulierungsgrenzen, die von Programm zu Programm variieren. In der Praxis sind Förderquoten von 40 bis 55 Prozent der Gesamtkosten erreichbar, wenn mehrere Programme geschickt kombiniert werden. Unser Team kennt die aktuellen Regelungen genau und berät Sie ohne Aufpreis zu Ihren individuellen Möglichkeiten.

    Maut: Was sich zum 01.01.2024 geändert hat

    Hier ist Ehrlichkeit wichtiger als ein gutes Verkaufsargument: Die vollständige Mautbefreiung für Erdgas-Lkw ist zum 01.01.2024 ersatzlos entfallen. Sie war jahrelang der stärkste wirtschaftliche Treiber für LNG im Fernverkehr – und sie existiert nicht mehr. Seit Dezember 2023 gilt stattdessen die CO₂-differenzierte Maut nach dem Bundesfernstraßenmautgesetz: Jedes Fahrzeug wird einer CO₂-Emissionsklasse zugeordnet, und danach richtet sich der Mautsatz. Ein Gasfahrzeug kann dabei je nach Einstufung besser liegen als ein vergleichbarer Diesel, einen pauschalen Mautbonus gibt es aber nicht. Wer Ihnen heute eine feste Mautersparnis pro Kilometer verspricht, rechnet mit veralteten Zahlen. Wir ermitteln den tatsächlichen Mautanteil je Fahrzeug anhand der konkreten Emissionsklasse und Ihrer Autobahnkilometer – und rechnen ihn nur dann in die Amortisation ein, wenn er belegbar ist.

    7. Umweltbilanz und CO₂-Einsparung

    Der Klimaeffekt einer LNG-Umrüstung ist substanziell – aber es lohnt sich, genau hinzuschauen, denn die Zahlen, die im Internet kursieren, variieren stark. Wir fassen die wichtigsten Messwerte aus unabhängigen Studien zusammen:

    −20 bis −25 %

    CO₂-Reduktion vs. Diesel (Well-to-Wheel)

    −90 %

    Feinstaub (PM2.5) gegenüber Diesel

    −60 %

    Stickoxide (NOx) im Realbetrieb

    Die CO₂-Reduktion von 20 bis 25 Prozent bezieht sich auf den vollständigen Lebenszyklus des Kraftstoffs – also von der Förderung über den Transport bis zum Verbrauch im Motor (sogenannte Well-to-Wheel-Bilanz). Im reinen Tankabschnitt (Well-to-Tank) kann die CO₂-Reduktion sogar 30 Prozent überschreiten. Diese Zahlen stammen aus Messungen des Instituts für Fahrzeugtechnik Stuttgart und werden durch Praxisdaten europäischer Speditionen bestätigt.

    Noch bedeutsamer für viele Betreiber: Feinstaub und Stickoxide sinken dramatisch. Das ist relevant für Betriebe, die Fahrzeuge in Umweltzonen, Innenstädten oder Großveranstaltungsgebieten einsetzen. In mehreren deutschen Städten – darunter Frankfurt, München und Stuttgart – gibt es bereits Überlegungen, Innenstadtzufahrten für Diesel-LKW ab 2028 dauerhaft zu beschränken. LNG-Fahrzeuge sind von diesen Einschränkungen nicht betroffen.

    Was ist Bio-LNG – und warum ist es wichtig?

    Bio-LNG (auch BLNG oder bLNG) wird aus organischen Abfallstoffen gewonnen – beispielsweise aus Biogas, das bei der Vergärung von Lebensmittelabfällen, Klärschlamm oder landwirtschaftlichen Reststoffen entsteht. Das Produkt ist chemisch identisch mit fossilem LNG, hat aber eine deutlich bessere CO₂-Bilanz: Je nach Ausgangsstoff liegt der CO₂-Ausstoß um bis zu 90 Prozent unter dem von Diesel.

    Das Besondere: Fahrzeuge, die heute auf LNG umgerüstet werden, können morgen ohne jede weitere Änderung auf Bio-LNG umsteigen. Es gibt keinerlei technische Anpassungen, weder am Tank noch am Motor. Damit sichern sich Fuhrparkbetreiber schon heute die Option auf einen nahezu klimaneutralen Betrieb – sobald Bio-LNG flächendeckend verfügbar und wirtschaftlich ist. Erste große Speditionen in den Niederlanden fahren bereits heute vollständig mit Bio-LNG.

    8. LNG-Tankstellen in Deutschland: Netz und Entwicklung

    Eine der häufigsten Bedenken, die wir von Fuhrparkbetreibern hören: „Gibt es überhaupt genug LNG-Tankstellen?" Diese Sorge ist verständlich, hat sich aber in den letzten Jahren deutlich verringert. Stand Anfang 2025 gibt es in Deutschland über 90 LNG-Tankstellen, mit weiteren 30+ im Aufbau. Zum Vergleich: Für die Erschließung des deutschen Fernstraßennetzes reichen rund 150 strategisch platzierte Stationen aus – dieses Ziel ist in Reichweite.

    Moderne LNG-Tankstelle mit LKW – Aufsicht auf das Tankstellen-Vorfeld mit blau-weißem Überdach

    LNG-Tankstellen werden immer mehr: Über 90 Standorte bundesweit, Tendenz stark steigend.

    Region / BundeslandBestehende StandorteIm Bau / GeplantWichtige Routen abgedeckt?
    Bayern146A3, A8, A9, A92 – Ja ✓
    NRW137A1, A2, A3, A4, A45 – Ja ✓
    Baden-Württemberg104A5, A6, A8 – Ja ✓
    Hessen / Frankfurt / Rhein-Main85A3, A5, A66 – Ja ✓
    Niedersachsen / Hamburg / Bremen114A1, A2, A7 – Ja ✓
    Berlin / Brandenburg63A9, A10, A12 – Teilweise
    Sachsen / Thüringen53A4, A9 – Teilweise
    Rheinland-Pfalz / Saarland62A6, A61, A63 – Ja ✓
    Restliche Bundesländer178Hauptkorridore – Teilweise

    Für Betriebe im Rhein-Main-Gebiet – unserem Heimatmarkt – ist die Versorgungslage besonders gut. Die Autobahnen A3, A5 und A66 sind mit LNG-Stationen gut abgedeckt, und die LNG-Tankstelle in Langen (südlich Frankfurt) hat erweiterte Öffnungszeiten für Fernverkehr. Wir empfehlen jedem neuen Kunden, vor der Umrüstung gemeinsam mit uns eine Streckenanalyse durchzuführen, um sicherzustellen, dass alle relevanten Routen ausreichend versorgt sind.

    9. Bio-LNG: Die Zukunft des Schwerlastverkehrs

    Die Debatte um die Dekarbonisierung des Güterverkehrs ist komplex und oft von ideologischen Präferenzen geprägt. Auf der einen Seite steht die Hoffnung auf den batterieelektrischen LKW – auf der anderen Seite die Realität eines Sektors, der auf Reichweite, Zuverlässigkeit und niedrige Betriebskosten angewiesen ist. Bio-LNG bietet hier einen pragmatischen Mittelweg, der von immer mehr Branchenexperten als „Brücke in die klimaneutrale Zukunft" bezeichnet wird.

    Die Europäische Kommission hat Bio-LNG ausdrücklich als anerkannten alternativen Kraftstoff im Rahmen des „Fit for 55"-Pakets klassifiziert. Laut EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) müssen bis 2025 entlang aller TEN-T-Kernkorridore LNG-Stationen in Abständen von maximal 150 km vorhanden sein. Deutschland ist dabei auf einem guten Weg.

    Für Fuhrparkbetreiber bedeutet das: Eine LNG-Umrüstung, die heute durchgeführt wird, ist kein Provisorium. Es ist eine Investition in ein Antriebssystem, das mit Bio-LNG eine CO₂-Reduktion von 70 bis 90 Prozent gegenüber Diesel erreichen kann – und das, ohne das Fahrzeug erneut anfassen zu müssen. Kein anderer nachrüstbarer alternativer Antrieb bietet diese Kombinationsmöglichkeit.

    Kraftstoff-SzenarioCO₂ Well-to-WheelNachrüstbar?Verfügbar?
    Diesel (Referenz)100 %Überall
    LNG (fossil)75–80 %Ja, durch Umrüstung90+ Stationen DE
    LNG (Dual-Fuel, 70 % LNG)82 %Ja, durch Umrüstung90+ Stationen DE
    Bio-LNG (aus Bioabfall)10–20 %Kein Umbau nötigWächst schnell
    Bio-LNG (aus Gülle/Landwirtschaft)5–15 % (negativ mögl.)Kein Umbau nötigIn Entwicklung
    Elektro (dt. Strommix 2025)35–40 %Nicht wirtschaftlichLadeinfr. im Aufbau
    Wasserstoff (grün)~5 %Nicht möglichSehr eingeschränkt

    10. Häufige Fragen zur LNG-Umrüstung (FAQ)

    Typische Praxisfälle aus Beratungsgesprächen

    Anonymisierte, sinngemäß zusammengefasste Aussagen aus Kunden- und Beratungsgesprächen. Es handelt sich nicht um überprüfbare Kundenbewertungen; Namen und Kennzahlen sind verallgemeinert.

    Wir hatten Bedenken wegen der Tankstellenabdeckung auf der Strecke München–Hamburg. Nach der Streckenanalyse wurde klar, dass wir an allen relevanten Punkten problemlos tanken können. Nach acht Monaten haben wir die Umrüstkosten bereits wieder raus."

    M. Hoffmann Fuhrparkleiter, Spedition mit 14 Fahrzeugen, Oberbayern

    Wir liefern täglich in die Frankfurter Innenstadt. Mit LNG fahren wir durch alle Umweltzonen, und das Fahrzeug ist spürbar leiser. Die Fahrer nehmen es gut an."

    T. Krause Geschäftsführer, Kurier- und Expressdienst, Rhein-Main-Gebiet

    Das Förderthema war uns anfangs zu komplex. LNG Werkstatt hat uns durch den kompletten Antragsprozess begleitet – am Ende haben wir 42 % der Umrüstkosten erstattet bekommen. Sehr empfehlenswert."

    S. Bauer Flottenmanager, Bauunternehmen mit 23 Nutzfahrzeugen, Hessen

    Bereit für Ihre LNG-Umrüstung?

    Sprechen Sie mit unseren KFZ-Meistern mit Gasanlagen-Sachkunde. Wir analysieren Ihre Flotte, berechnen Ihr Einsparpotenzial und begleiten Sie von der Förderantragstellung bis zur Abnahme nach § 21 StVZO.

    Mergenthalerallee 73-75, 65760 Eschborn
    +49 178 312 7307